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2.06.2005 Anmerkungen zur urheberrechtlichen Zulässigkeit von Thumbnails bei einer Bildersuchmaschine

Thumbnails bezeichnen kleine Graphiken, die als Vorschaubilder für größere Bilder dienen. Eingesetzt werden sie z.B. im Rahmen von Übersichten einer Vielzahl von Bildern oder bei Bildersuchmaschinen. Dabei ist deren Erstellung durch andere Personen als durch den Rechteinhaber selber, juristisch bedenklich. Weitgehend unstrittig dürfte dabei sein, dass die Erstellung von Thumbnails von urheberrechtlich nach §§ 2 I Nr.5 bzw. 72 I UrhG geschützten Bildern urheberrechtlich relevant ist. Das LG Hamburg (Az.: 308 O 449/03) bejahte bei der Verwendung von Thumbnails eine dem Urheber vorbehaltene öffentliche Zugänglichmachung einer unfreien Bearbeitung der Originalbilder gem. §§ 23 I, 19 a UrhG. Diese ist nicht durch eine der Schranken des Urheberrechts gedeckt (zu diesen ausführlicher der entsprechende Teil meiner Promotion), auch eine analoge Anwendung kommt aufgrund des Grundsatzes einer engen Auslegung von Schrankenbestimmungen nicht in Betracht. Die Zulässigkeit der Verwendung von Thumbnails hängt damit regelmäßig davon ab, ob man von einer (konkludenten) Einwilligung des Rechteinhabers in einer solche Verwertung seines Werkes ausgehen kann. Das LG Hamburg hat dies verneint: Es bestehe keine technische Notwendigkeit, Links zu den Originalfotos grafisch als „thumbnails“ zu gestalten. Vielmehr genüge auch ein einfacher Textlink. Eine solche Argumentation ist bei einer Bildersuchmaschine allerdings verfehlt, worauf z.B. Berberich (MMR 2005, 145 ff.) mit guten Argumenten hinweist.:

Bei einer Textsuche werden auch kleiner Fragmente in den Suchergebnislisten dargestellt. Diesen fehlt zumeist die Werkqualität, so dass rechtlich im Vergleich zur Bildersuche keine Probleme entstehen. Den Betreibern von Bildersuchmaschinen wäre es nicht möglich, für die Anzeige der Thumbnails angemessene Lizenzgebühren zu vereinbaren. Es müsste mit entsprechend gigantischem Aufwand eine Vielzahl von Verträgen mit unterschiedlichen Personen geschlossen werden.

Webmaster wünschen sich in aller Regel Traffic auf ihren Seiten und dementsprechend Links von Suchmaschinen. Bei einer Bildersuche setzt dies aber voraus, dass dem Suchenden ein Eindruck des gefundenen Bildes vermittelt wird. Deshalb sei davon auszugehen, dass ein Urheber in die Verwendung von Thumbnails durch Suchmaschinen einwillige. Dies gelte nur dann nicht, wenn diese eine solche Größe und Qualität aufweisen würden, dass sie den Besuch der Webseite, von der sie stammen, überflüssig machen. Auch eine isolierte Anzeige des Bildes in Normalgröße wäre nicht mehr von einer Einwilligung gedeckt.

Es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis die Zulässigkeit von Thumbnails durch Suchmaschinen juristisch vollständig aufgearbeitet ist. Eine Lösung über eine in einem begrenzten Umfang anzunehmende Einwilligung erscheint eine vertretbare Lösung, die Urheber nicht an einer angemessenen Verwertung ihres Werkes hindert und den Betrieb von Bildersuchmaschinen überhaupt erst ermöglicht.

 

 

 

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In den USA ist nach dem "fair use" Gedanken der Einsatz von Thumbnails rechtlich grundsätzlich zulässig. Siehe dazu das Gerichtsverfahren Kelly v. Arriba Soft Corp.

 

 

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