Links & Law - Internetrecht und Suchmaschinenoptimierung für Juristen & Webmaster

Internetrecht für Juristen und Webmaster Suchmaschinen & Such-maschinenoptimierung Blog zu Internetrecht und Suchmaschinenoptimierung Links & Law SEO-Angebote Urteile zum Internetrecht Literatur zu SEO und Internetrecht  Lebenslauf / Impressum 
13.1.2011 DMCA: Anforderungen an eine repeat infringer policy

Letzte Woche habe ich über die von Perfect 10 eingereichte Berufung in einem Verfahren gegen Google berichtet. Dem liegt ein Urteil eines Bezirksgerichts aus Kalifornien zugrunde, das sich mit den Voraussetzungen an eine notice nach dem DMCA beschäftigt. Nur wenn diese alle erfüllt sind, muss ein Diensteanbieter rechtswidrige Inhalte entfernen, um sich seine Haftungsprivilegierung zu erhalten. Heute möchte ich noch einmal näher auf die bislang von Gerichten an eine Inkenntnissetzung des Diensteanbieters gestellten Anforderungen eingehen.

 

Zunächst der Wortlaut des DMCA, genauer der des § 512(c)(3)(A):

Elements of notification.—
(A) To be effective under this subsection, a notification of claimed infringement must be a written communication provided to the designated agent of a service provider that includes substantially the following:
(i) A physical or electronic signature of a person authorized to act on behalf of the owner of an exclusive right that is allegedly infringed.
(ii) Identification of the copyrighted work claimed to have been infringed, or, if multiple copyrighted works at a single online site are covered by a single notification, a representative list of such works at that site.
(iii) Identification of the material that is claimed to be infringing or to be the subject of infringing activity and that is to be removed or access to which is to be disabled, and information reasonably sufficient to permit the service provider to locate the material.
(iv) Information reasonably sufficient to permit the service provider to contact the complaining party, such as an address, telephone number, and, if available, an electronic mail address at which the complaining party may be contacted.
(v) A statement that the complaining party has a good faith belief that use of the material in the manner complained of is not authorized by the copyright owner, its agent, or the law.
(vi) A statement that the information in the notification is accurate, and under penalty of perjury, that the complaining party is authorized to act on behalf of the owner of an exclusive right that is allegedly infringed.

 

Zwei Punkte möchte ich herausgreifen. Zunächst: Was sind die Anforderungen an eine repeat infringer policy, nach der ein Anbieter verfahren muss, um überhaupt in den Genuss einer Haftungsprivilegierung kommen zu können (§512 (i)(1) DMCA).

 

Grundlegend mit den Anforderungen auseinandergesetzt hat sich der 9th Circuit im Verfahren Perfect 10, Inc. v. CCBill LLC, 488 F.3d 1102, 1110-11 (9th Cir. 2007). In UMG Recordings, Inc. v. Veoh Networks, Inc., 665 F. Supp. 2d 1099, 1117 (C.D. Cal. 2009) wurde das Ergebnis wie folgt zusammengefasst: "[A] service provider “implements” a policy if it has a working notification system, a procedure for dealing with DMCA-compliant notifications, and if it does not actively prevent copyright owners from collecting information needed to issue such notifications.... The statute permits service providers to implement a variety of procedures, but an implementation is reasonable if, under “appropriate circumstances,” the service provider terminates users who repeatedly or blatantly infringe copyright." 

  • Das Löschen eines Kundenkontos nach einer dreimaligen hinreichenden, den Anforderungen des DMCA entsprechenden Benachrichtigung über eine Rechtsverletzung eines Nutzers ist genügend (nach diesem „three strikes“ Modell verfährt Google bei Blogger).

  • Es ist nicht erforderlich, notices nachzugehen, die den gesetzlichen Anforderungen nicht genügen.

  • Es ist nicht erforderlich, Nutzer zu tracken, z.B. durch das Erfordernis der Angabe ihres tatsächlichen Namens (Io Group, Inc. v. Veoh Networks, Inc., 586 F. Supp. 2d 1132, 1144 (N.D. Cal. 2008)).

  • Die Bearbeitung einer notice innerhalb von zwei Wochen nach deren Erhalt kann genügen, um das Merkmal „expeditiously remove or disable access to the allegedly infringing material“ zu erfüllen.

  • Der Umgang eines Anbieters mit den notices von Dritten, Nichtverfahrensbeteiligten, kann aufzeigen, ob eine genügende repeat infringer policy eingeführt wurde (Perfect 10, Inc. v. CCBill LLC, 488 F.3d 1102, 1113 (9th Cir. 2007))

 

Alle in §512(c)(3)(A) genannten Informationen müssen in einem Dokument erhalten sein. Es ist dem Diensteanbieter nicht zumutbar, sich alle Angaben aus für sich selbst betrachtet nicht genügenden notices zuzusammenzutragen. Der Text des § 512(c)(3) spricht auch von „a written communication“ (So auch CCBill, 488 F.3d at 1113). Unschädlich ist es hingegen, weiteres Beweismaterial hinzuzufügen, etwa Screenshots.

Noch nicht ganz geklärt ist es, ob das Erfordernis eines Dokuments eine zeitliche Komponente hat und nur dann eine unzureichende notice vorliegt, wenn einzelne Informationen nach und nach geschickt werden (so im Fall CCBill) oder ob es bereits schädlich ist, wenn die Informationen zwar zeitgleich eingehen, aber über mehrere Dokumente verteilt sind und der Anbieter sich die erforderlichen Angaben in mehreren Schritten zusammensuchen muss (so das Gericht in Perfect 10 v. Google, wobei dieser Aspekt Gegenstand des Berufungsverfahrens ist).

 


   

Google
 
Web www.linksandlaw.de

 

 

n

 

News

Die aktuellen News finden Sie auf dieser Seite.

Ältere News wandern ins Archiv (2005, 2006, 2007, 2008,  2009, 2010, 2011 und 2012)  

 

 
 

Internetrecht-Startseite | Kontakt | Anwälte Internetrecht | Internetrecht-Suchmaschine

Copyright © 2002-2009  Dr. Stephan Ott