Links & Law - Internetrecht und Suchmaschinenoptimierung für Juristen & Webmaster

Internetrecht für Juristen und Webmaster Suchmaschinen & Such-maschinenoptimierung Blog zu Internetrecht und Suchmaschinenoptimierung Links & Law SEO-Angebote Urteile zum Internetrecht Literatur zu SEO und Internetrecht  Lebenslauf / Impressum 
21.4.2011 Google Suggest - Technik und aktuelle Problemlagen

Danny Sullivan beschäftigt sich in einem Blog-Beitrag ausführlich mit dem 2008 von Google eingeführten Feature Google Suggest. Sobald ein Nutzer einen Begriff in das Suchfeld eingibt, werden ihm durch den Google-Algorithmus für die automatische Vervollständigung Suchanfragen angeboten, die diesen ähneln bzw. ergänzen. Sofern ein Nutzer bei seinem Google-Konto angemeldet ist und das Webprotokoll aktiviert hat, erhält er ggf. auch frühere eigene Suchanfragen als Vorschläge, diese dann gleich an vorderster Stelle. Diese Personalisierung lässt sich generell unterbinden oder im Einzelfall durch einen Klick auf den neben der jeweiligen personalisierten Vervollständigung stehenden Link "Entfernen".

 

Die Vorschläge von Google variieren je nach dem Ort, von dem aus ein Nutzer seine Suchanfrage tätigt.

 

Google Suggest beruht auf Auswertungen des Suchverhaltens von Nutzern. Wenn eine Firma gerade mit einem Betrugsvorwurf konfrontiert ist, kann es leicht sein, dass bei Eingabe der Firma in das Suchfeld der Vorschlag zur Vervollständigung der Anfrage mit dem Wort „Betrug“ erscheint.

 

Das Ranking der Vorschläge richtet sich aber nicht nur danach, wie populär eine Suchanfrage insgesamt bei Google ist. Das Unternehmen berücksichtigt auch kurzfristige Anstiege von bestimmten Suchanfragen, z.B. wenn ein Prominenter heiratet und in einem kurzen Zeitraum viele Nutzer nach diesem in Verbindung mit „Hochzeit“ suchen, wird dieser Begriff bei Suggest vorgeschlagen werden, auch wenn längerfristig gesehen mehr Suchen nach dieser Person in Verbindung mit anderen Begriffen erfolgt sind. Lassen dann die Suchen nach der Heirat wieder nach und hat sich dieser Begriff nicht längerfristig zu einem populären entwickelt, verschwindet er wieder aus der Vorschlagsliste.

 

Die Richtlinien zur automatischen Vervollständigung von Google sehen vor, dass Begriffe ausgeschlossen werden, die in engem Zusammenhang mit Pornografie, Gewalt, Hassreden und Urheberrechtsverletzungen stehen. So ganz nachvollziehbar sind die Ansätze von Google in der Praxis hier aber wohl nicht, wie Sullivan aufzeigt. Wer zu einer geschützten Gruppe gehört, legt Google anscheinend etwas willkürlich fest. Negative Vorschläge werden z.B. bei Suchen nach „Islam ist“ (Vorschläge u.a. vom Teufel / schlecht / falsch) zugelassen, nicht aber bei Suchen nach Nationalitäten („Deutsche sind“). Zumindest war letzteres eine zeitlang der Fall und diese Unterscheidung wurde von Google auch toleriert und verteidigt: "We are disappointed with the decision from the Court of Milan.  We believe that Google should not be held liable for terms that appear in Autocomplete as these are predicted by computer algorithms based on searches from previous users, not by Google itself.  We are currently reviewing our options."

 

Aktuell erscheinen bei einer Suche nach „Deutsche sind“ allerdings auch zahlreiche negative Vorschläge (Nazis / kalt / hässlich). Vielleicht sollte Google allgemein negative Vorschläge unterbinden? Wer trotzdem danach suchen will, kann dies ja gerne weiterhin tun.

 

Schließlich hat es mittlerweile drei Urteile gegeben, die Google verpflichten, Vorschläge zu entfernen (zwei aus Frankreich - betreffend des Begriffs Betrug neben einer Firma, bzw. Vergewaltiger und Satanist neben einer Person -, eines kürzlich aus Italien). Über diese Verfahren hatte ich hier bereits berichtet.


   

Google
 
Web www.linksandlaw.de

 

 

n

 

News

Die aktuellen News finden Sie seit September 2012 auf

 Links & Law Blogspot.

Ältere News wandern ins Archiv (2005, 2006, 2007, 2008,  2009, 2010, 2011 und 2012)  

 

 
 

Internetrecht-Startseite | Kontakt | Anwälte Internetrecht | Internetrecht-Suchmaschine

Copyright © 2002-2009  Dr. Stephan Ott